Milkrun-Konzept

OPEX-Lexikon

Der Milkrun ist eine getaktete Versorgungsroute, die nur so viel Material nachliefert, wie verbraucht wurde. Andere Namen sind Milchflaschenkonzept, Taxiwagen und Routenverkehr.

Milchflaschenkonzept, Taxiwagen, Routenverkehr

Als Vorbild des Milkrun-Prinzips diente der traditionelle Milchjunge in Amerika und England, der eine Milchflasche nur dann bereitstellte, wenn er eine leere Flasche mitnehmen konnte. So konnte sichergestellt werden, dass nie zu viel Milch im Haus war und schlecht werden konnte.

Das Konzept beruht auf der Grundidee, dass nur das Material in der Menge wieder aufgefüllt wird, wie es verbraucht worden ist. Die Losgröße wird hierzu einmalig festgelegt (eine Milchflasche) und gegebenenfalls durch Signalkarten (Kanban) gesteuert. Der Wiederbeschaffungszyklus und die Route sind ebenfalls im Vorfeld festgelegt (ähnlich einem Busfahrplan).

Es sind zwei Arten von Milkrun zu unterscheiden:

– Bei einem innerbetrieblichen Milkrun werden die Güter meist von einer Quelle (Supermarkt) an verschiedene Senken (zum Beispiel Fertigungslinien) transportiert. – Bei einem überbetrieblichen Milkrun werden die Materialien von verschiedenen Quellen (Lieferanten) zu einer Senke (Wareneingang des Produzenten) transportiert.

Durch die Fixierung von Losgrößen, Routen (meist Minimalnetze) und Fahrplänen wird versucht, die Komplexität im Beschaffungsprozess zu reduzieren, die Auslastung zu steigern und somit (Transport-)Kosten zu senken. „Durch Anwendung dieses neuen Konzeptes können die Transportkosten um durchschnittlich 30 % gesenkt werden”.

Quelle: Wikipedia, Artikel „Milkrun-Konzept“ (bearbeitet, Lizenz CC BY-SA 3.0, Autoren in der Versionsgeschichte)

Folgende Gründe sprechen für ein aktives Transport-Management:

  • Signifikantes Kosten-Volumen (3
  • 4% vom Umsatz)
  • Beeinflussbarkeit der Kosten (meist kurzfristige Verträge mit Spediteuren)
  • Zunehmender Kostendruck durch Benzin- und Ölpreissteigerungen
  • Forderung nach sinkenden Rohmaterial-Beständen und damit verbunden
  • eine Erhöhung der Belieferungsfrequenzen.

Milkruns zeichnen sich dadurch aus, dass sie speziell für Teilladungen geeignet sind. Kern dieses Transport-Konzepts ist die Zusammenfassung von Lieferanten zu Clustern auf Basis ihrer geografischen Nähe. Diese Unternehmen werden dann in einer definierten Frequenz von einem Spediteur nacheinander angefahren. Milkruns haben gegenüber traditionellen Konzepten (z. B. Teilladungen) wesentliche Vorteile. Sie lösen den Spagat aus geringen Bestandskosten und geringen Frachtkosten. Milkruns führen zu signifikanten Transport-Kosten-Einsparungen gegenüber herkömmlichen Belieferungsansätzen, die meist über 20 Prozent liegen. Dies liegt vor allem daran, dass anstelle einer einzelnen Transport-Dienstleistung mit mehreren durchlaufenen Hubs eingekauft, ein kompletter Lkw inkl. Fahrer pro durchgeführtem Milkrun zum Festpreis (inkl. Leergut-Transport im Rücklauf) angemietet wird. Die Umsetzung von Milkruns ist auf der anderen Seite naturgemäß an Restriktionen geknüpft, die nicht immer erfüllt werden können: Hierzu zählt etwa die Voraussetzung einer relativ stabilen Nachfrage, die in eine konstante, auf hohem Niveau sich befindliche Lkw-Auslastung mündet. Stabilität ist andererseits auch für die Einhaltung der gemeinsam verabschiedeten Abholfenster auf Seiten des Lieferanten erforderlich, um den Zeithaushalt der Abholung über mehrere Be- und Entladestellen nicht zu gefährden.

Quelle: www.emporias.de

Verwandte Begriffe

Siehe auch Kanban, Supermarkt, Mizusumashi, Linienversorger und Pull-Prinzip.

Mehr dazu auf der Themenseite Montage und Fertigung.

Häufige Fragen

Was ist ein Milkrun?

Eine feste Route mit festem Fahrplan, auf der ein Fahrzeug Material ausliefert und Leergut sowie Verbrauchssignale mitnimmt. Nachgefüllt wird nur, was verbraucht wurde.

Woher kommt der Name?

Vom Milchjungen in Amerika und England, der eine volle Flasche nur dann hinstellte, wenn er eine leere mitnehmen konnte. So stand nie zu viel Milch im Haus.

Was unterscheidet innerbetrieblichen und überbetrieblichen Milkrun?

Innerbetrieblich versorgt eine Route von einem Supermarkt aus mehrere Verbrauchsstellen in der Halle. Überbetrieblich fährt ein Fahrzeug mehrere Lieferanten auf einer Tour ab und bündelt kleine Mengen.

Was bringt ein Milkrun gegenüber Einzelfahrten?

Weniger Verkehr in der Halle, planbare Wege, kleinere Bestände an der Linie und ein fester Takt, an dem sich Verbrauch und Nachschub ausrichten lassen.

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