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Six Sigma

Lean Sigma oder Lean Six Sigma

Lean Six Sigma ist ein Konzept zur Verbesserung finanzieller Resultate bei gleichzeitiger Erhöhung der Kunden-zufriedenheit. Es basiert auf einem Verständnis der Kundenanforderungen, einer disziplinierten Anwendung von Daten und Fakten, sowie der konsequenten Umsetzung, Verbesserung und Design von Geschäftsprozessen und Produkten auf der Grundlage von Kundenanforderungen. Verschiedene Unternehmungen wenden es erfolgreich an und erzielen signifikante Resultate. Unternehmungen stehen kontinuierlich vor der Herausforderung bessere Resultate (Erhöhung des Umsatzes, Profite, Reduzierung der Risiken, usw.) zu erzielen und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Beide Maxime scheinen in einem Widerspruch zu sein, denn wird das eine erhöht, so reduziert sich nach dem allgemeinen Verständnis das andere. Verschiedene Unternehmungen haben sich intensiv mit diesem Dilemma beschäftigt und systematisch nach neuen Theorien und Praktiken gesucht, welche die Gesamtkosten für Produkte- und Servicekosten, respektive Qualitätsmängel drastisch reduzieren. In den letzten Jahren sticht ein neues Qualitäts- und Geschäftsverbesserungssystem immer wieder hervor:

Six Sigma. Immer mehr Unternehmungen aus der Produktions- und Dienstleistungsbranche lernen das flexible und resultatbezogene Six Sigma System kennen, wenden es an und beweisen, dass es tatsächlich möglich ist, bessere finanziellen Resultate zu erreichen und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Im deutschsprachigen Raum gelten namhafte Unternehmungen wie ABB und Siemens als Six-Sigma-Vorreiter.

Evolution von Lean Six Sigma:  Das Lean Six Sigma Konzept entstand vor über 20 Jahren bei Motorola. Dabei hatte Motorola schon den Malcom Baldrige National Quality Award (ähnliches Konzept wie EFQM in Europa) gewonnen, wollte aber noch bessere Resultate erzielen. Nach der Erprobung der Konzepte und Werkzeuge im Bereich Produktentwicklung und Fertigung, entschied man sich Lean Six Sigma auch weiteren Unternehmungen zugänglich zu machen. In den 90iger Jahren hatte der CEO von General Electric, Jack Welch, von diesem Konzept gehört und derart perfektioniert, dass es für sämtliche GE Firmen umgesetzt werden konnte. Die Resultate waren so beachtlich, dass viele Firmen Ende der 90iger Jahren beschlossen, Lean Six Sigma anzuwenden. In der Zwischenzeit gibt es in USA keine Branche mehr, die Lean Six Sigma nicht in der einen oder anderen Form anwendet. Schätzungen in USA gehen davon aus, dass von den Top 500 Unternehmungen 200 entweder Lean Six Sigma schon anwenden oder im Begriffe sind es einzuführen. Lean Six Sigma wird in der Zwischenzeit nebst der herstellenden Industrie und im Finanzbereich auch im Gesundheitswesen und in der Öffentlichen Verwaltung erfolgreich angewendet. In Europa haben es dutzende von Firmen aus den verschiedensten Branchen eingeführt.

Begriffe und Philosophie: Der Begriff „Six Sigma“ besteht aus zwei Teilen.
„Sigma“ stammt vom griechischen Buchstaben σ und repräsentiert in der Statistik die Standardabweichung, ist also ein Indikator für die Streuung. Lean Six Sigma – also 6 Sigma – als statisches Konzept, misst z.B. den Prozess-Output im Sinne von Fehlern und besagt, dass für eine Million Fehlermöglichkeiten, 3.4 Fehler existieren. Fehler ist dabei das, was nicht den Anforderungen der Kunden entspricht. Eine Firma die z.B. mit Prozessfähigkeiten von 4 Sigma arbeitet produziert 6‘807 Fehler pro Million Fehlermöglichkeiten, in anderen Worten 99% der ultate sind gut. Wendet man die statistischen Konzepte nun auf die Geschäftswelt an, so arbeiten die meisten Unternehmen im Bereich 3 bis 4 Sigma. Übersetzt man nun diese Werte in Kosten, so operieren diese Unternehmen mit Qualitätskosten im Bereich von 15% bis 40% des Umsatzes. Somit können Firmen, die einen höheren Sigma Wert haben (also weniger Fehler vom Kunden her betrachtet), nicht nur die Kundenzufriedenheit erhöhen, sondern gleichzeitig die Rentabilität erhöhen.

Lean Six Sigma meint im Allgemeinen die Prozessfähigkeit, die Philosophie „fehlerfrei“ Produkte, Dienstleistungen durch „fehlerfreie“ Prozesse zu liefern, sowie das Lean Six Sigma System. Der Begriff „Lean“ (bedeutet „Schlank“) lehnt sich an den Gedanken, dass Verschwendungen jeglicher Art zu reduzieren oder gar zu eliminieren sind. Dabei stehen verschiedene Werkzeuge und Konzepte zur Auswahl, um die Prozesse „wertvoller und schlanker“ zu machen. Die Kombination von Six Sigma und Lean ermöglicht Produkte und Prozesse genauer, schneller und günstiger zu produzieren und umzusetzen. Lean Six Sigma ist ein sehr umfängliches und anpassungsfähiges System, dass das Ziel hat, gleichzeitig die Kundenzufriedenheit und die Rentabilität zu steigern, also die Geschäftserfolge zu optimieren. Wesentliche Faktoren sind dabei:
– Tiefes Verständnis der Kundenwünsche und –bedürfnisse;
– Disziplinierte Anwendung von Daten und Fakten mit Hilfe von statistischen Analysen;
– Konsequente Umsetzung, Verbesserung und Design von Geschäftsprozessen und Produkten auf
der Basis von Kundenanforderungen.

Als integratives Managementinstrumentarium und Gesamtsystem beinhaltet es drei wichtige Elemente:
– Business-Prozess-Management,
– Produkte- und Prozessverbesserungssystem sowie
– Produkte und Prozess-Design.

Das Business-Prozess-Management basiert auf sechs Säulen. Nach dem Erfassen der Kundenwünsche und der Steuerung der internen Prozesse werden Kundenwünsche und Output der Prozesse stetig gemessen. Wird festgestellt, dass der Kunde nicht das bekommt, was er sich wünscht, so leitet der Prozessverantwortliche, in Übereinstimmung mit der Unternehmensleitung, entweder ein systematisches Produkt-/Prozessverbesserungsprojekt oder gar ein Produkt-/Prozessdesignprojekt ein Kundenverständnis (Wer sind sie, was möchten sie und was sind die wichtigsten Messgrößen vom Kunden aus betrachtet?):
– Prozessverständnis (Wie sehen die internen Prozesse aus und wie werden sie analysiert?)
– Messsystem (Wie werden die Unternehmensdaten gemessen und angezeigt?)
– Rollen und Verantwortungen (Wie werden Prozessdaten genutzt und wer ist für was verantwortlich?)
– Prozess-Überprüfung (Wie werden Prozesse gesteuert und wie werden sie überarbeitet?)
– Integration und Ausrichtung mit Unternehmenszielen (Wie werden alle erwähnten Aktivitäten mit den Unternehmenszielen und der Organisation integriert und optimiert?)

Produkte-/Prozessverbesserungsprojekte werden in fünf Phasen DMAIC (Define, Measure, Analyze, Improve und Control) aufgeteilt und systematisch durchgearbeitet. Dabei werden dutzende von Werkzeugen aus den verschiedenen Disziplinen wie Qualität, Statistik, Personalmanagement, Change Management. Team Arbeit usw. abgestimmt angewendet und der Prozess so optimiert, dass er das liefert, was der Kunde wünscht. DMAIC ist das eigentliche Herz der kontinuierlichen Verbesserung.

Produkte-/Prozessdesignprojekte werden dann gestartet, wenn das Produkt/der Prozess nicht existent bzw. nicht mehr leistungsfähig ist. Ähnlich wie bei den Verbesserungsprojekten, werden hier auch fünf Phasen DMADV (Define, Measure, Analyze, Define und Verify) durchlaufen. Die Werkzeuge werden dabei mittels Modell- und Kreativitätstechniken ergänzt.

Die Vorteile von Six Sigma liegen in der Integration der drei Elemente in das Gesamtsystem. So verschafft sich ein Unternehmen mit dem Business-Prozess-Management eine ausgezeichnete Übersicht über die Kunden. Es findet ein systematischer Abgleich mit den Unternehmenszielen sowie den existierenden internen Prozessen statt. Sobald das Unternehmen Differenzen zwischen Kundenwünschen, Unternehmenszielen und Firmen-Output bemerkt, wird ein DMAIC- oder ein DMADV-Projekt gestartet. Konsequent angewendet, orientiert sich so das Unternehmen stets an den Kunden und den Unternehmenszielen und optimiert regelmäßig Firmenprozesse so, dass die Erwartungen erfüllt werden. Das erhöht die Kundenzufriedenheit (führt zu höheren Marktanteilen) und reduziert entsprechend Prozesse, die nicht wertschöpfend sind. Dies führt in aller Regel zu schlanken Prozessen bzw. Organisationen. Als Gesamtsystem basiert der Ansatz auf einem geschlossenen Regelkreis.

 

 

Bild-Quelle: http://www.bayertechnology.com