Ursache-Wirkungs-Diagramm
OPEX-Lexikon
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Das Ursache-Wirkungs-Diagramm ist eine grafische Darstellung der Ursachen, die zu einem bestimmten Problem führen. Es heißt auch Ishikawa-Diagramm oder Fischgräten-Diagramm.
Entwickelt wurde es Anfang der 1940er Jahre von dem japanischen Wissenschaftler Kaoru Ishikawa. Ursprünglich diente es der Analyse von Qualitätsproblemen. Heute wird es für alle Arten von Problemen genutzt, in der Produktion ebenso wie in der Verwaltung.
Die Wirkung, also das Problem, steht rechts am Kopf der Gräte. Die großen Gräten tragen die Ursachenkategorien, die feinen Gräten die einzelnen Ursachen. So entsteht ein Bild, in dem alle Beteiligten erkennen, wo die Ursachen liegen und wie sie zusammenhängen.

In der Fertigung haben sich sechs Ursachenkategorien eingebürgert, die sechs M:
| Kategorie | Typische Ursachen |
|---|---|
| Mensch | Qualifikation, Einweisung, Ermüdung, unklare Zuständigkeit |
| Maschine | Verschleiß, Einstellung, Wartungszustand, Vorrichtung |
| Material | Charge, Lieferant, Lagerung, Toleranzen |
| Methode | Arbeitsanweisung, Reihenfolge, Prüfvorschrift |
| Mitwelt | Temperatur, Feuchte, Licht, Sauberkeit, Platz |
| Messung | Prüfmittel, Kalibrierung, Messverfahren |
In der Verwaltung und im Dienstleistungsbereich wird die Liste häufig um Management und Mitbewerb erweitert, dann spricht man von acht M. Die Kategorien sind ein Gerüst und keine Vorschrift. Wichtig ist, dass alle Beteiligten dieselben Schubladen benutzen.
1. Wirkung genau benennen. „Ausschuss zu hoch“ führt zu nichts. „Maßabweichung an Merkmal X über der oberen Toleranzgrenze, seit KW 12, Linie 3″ ist eine Wirkung, die sich untersuchen lässt.
2. Ursachen sammeln. Im Team, ohne Bewertung, mit den Leuten, die den Prozess fahren. Jede Nennung kommt an die passende Hauptgräte.
3. Tiefer fragen. Zu jeder Ursache mehrfach nach dem Warum fragen, bis eine Ursache erreicht ist, die sich abstellen lässt. Nur dort setzen Maßnahmen an.
4. Verdächtige auswählen und prüfen. Aus dem Bild werden zwei bis drei wahrscheinliche Ursachen ausgewählt und am realen Prozess überprüft. Ein Diagramm ist eine Sammlung von Vermutungen, bis eine davon belegt ist.
5. Maßnahmen ableiten und nachhalten. Jede Maßnahme bekommt einen Verantwortlichen und einen Termin und wird an derselben Stelle wieder aufgerufen.
Das Pareto-Prinzip zeigt, welches Problem die größte Wirkung hat, und steht deshalb davor. Das Ursache-Wirkungs-Diagramm sammelt die möglichen Ursachen dieses einen Problems in der Breite. Die Fünf-Warum-Technik geht in die Tiefe einer einzelnen Ursachenkette. Die FMEA bewertet mögliche Fehler vorausschauend, bevor sie auftreten. Im Deming-Kreis gehören Ishikawa und Fünf Warum in die Plan-Phase.
Das Diagramm ist Teil unseres Problemlösungsprozesses in der Montage und Fertigung und wird in der Schulung Problemlösungsprozess geübt, mit einem Fall aus dem eigenen Betrieb.
Es stellt die möglichen Ursachen eines Problems geordnet nach Kategorien dar. Die Form erinnert an eine Fischgräte, deshalb auch Fischgräten-Diagramm.
Mensch, Maschine, Material, Methode, Mitwelt und Messung. In Verwaltung und Dienstleistung kommen oft Management und Mitbewerb dazu, dann sind es acht M.
Ishikawa sammelt in der Breite alle denkbaren Ursachen. Fünf Warum verfolgt eine einzelne Ursache in die Tiefe. In der Praxis werden beide kombiniert: erst sammeln, dann die aussichtsreichste Spur vertiefen.
Nein. Es enthält Vermutungen. Erst wenn eine Ursache am realen Prozess belegt ist, lohnt sich eine Maßnahme. Ohne diesen Schritt werden Maßnahmen auf Verdacht beschlossen.
Die Menschen, die den Prozess täglich fahren, dazu Instandhaltung, Qualität und Arbeitsvorbereitung, je nach Problem. Ein Diagramm, das nur im Büro entsteht, bleibt an der Oberfläche.
Quelle: Wikipedia, Artikel „Ursache-Wirkungs-Diagramm“ (bearbeitet, Lizenz CC BY-SA 3.0, Autoren in der Versionsgeschichte), Bild: creativecommons.org
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