Wertstromdesign
OPEX-Lexikon
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Wertstromdesign ist der Entwurf des Soll-Zustands eines Wertstroms. Es beschreibt, wie Material und Information künftig fließen sollen, nachdem die Wertstromanalyse den Ist-Zustand festgehalten hat. Englisch Value Stream Design, kurz VSD.
Die Wertstromanalyse zeichnet den heutigen Ablauf auf, vom Endkunden über die Produktion bis zu den Lieferanten. Das Wertstromdesign entwirft daraus eine gemeinsame Vision für einen kundenorientierten Material- und Informationsfluss und hält die nötigen Maßnahmen in einem Aktivitätenplan fest, der Schritt für Schritt abgearbeitet wird.
Der Unterschied zu vielen anderen Methoden liegt im Informationsfluss. Wertstromdesign betrachtet nicht nur, wie das Material läuft, sondern auch, wie die Produktion gesteuert wird. Beides wird gemeinsam entworfen.
Am Kundentakt ausrichten. Die Taktzeit aus dem Kundenbedarf ist der Maßstab, an dem sich die Auslegung misst.
Fluss herstellen, wo es geht. Prozesse werden so verkettet, dass ein Teil ohne Zwischenlager weiterläuft, im Idealfall im One Piece Flow.
Ziehen, wo Fluss nicht geht. Wo eine Verkettung nicht möglich ist, steuert ein Supermarkt nach dem Pull-Prinzip, in der Regel über Kanban.
An einer Stelle steuern. Nur ein Prozess bekommt den Produktionsauftrag, der Schrittmacherprozess. Alles davor wird gezogen.
Gleichmäßig einlasten. Menge und Variantenmix werden geglättet, siehe Heijunka, damit die Kette nicht in Wellen läuft.
Ziel ist, alle Prozesse im Wertstrom so zu verbinden, dass ein Fluss entsteht, der vom Kunden gezogen wird. Aus der engen Verkettung folgen eine kürzere Durchlaufzeit und zugleich weniger Bestand, weniger Fehler und weniger Ausschuss. Die Steuerung einzelner Prozesse weicht der Steuerung eines Gesamtsystems.
Der Soll-Wertstrom ist außerdem der Maßstab für Einzelmaßnahmen. Er stellt sicher, dass die vielen kleinen Verbesserungen am Ende ein stimmiges Ganzes ergeben. Er wird im Verlauf iterativ angepasst und verfeinert.
Die Aufnahme bleibt Handarbeit am Ort des Geschehens, mit den Menschen, die den Prozess fahren. Die Auswertung und der Vergleich mehrerer Zielzustände lassen sich beschleunigen, siehe KI-gestützte Wertstromauswertung. Wo eine Auslegung vorab durchgerechnet werden soll, kommt Simulation und Line Design dazu. Den Zusammenhang beschreibt Lean Management, die praktische Anwendung die Themenseite Montage und Fertigung. Geübt wird beides in der Schulung Wertstromanalyse und Wertstromdesign.
Wertstromanalyse und Wertstromdesign arbeiten mit denselben Symbolen. Die Übersicht der Leonardo Group zeigt die 27 gebräuchlichsten.

Die Analyse hält den Ist-Zustand fest, das Design entwirft den Soll-Zustand. Die Analyse zeigt, wo die Zeit verloren geht, das Design legt fest, wie der Ablauf künftig aussehen soll.
Weil die Steuerung bestimmt, wann und in welcher Menge produziert wird. Ein sauber gestalteter Materialfluss bleibt wirkungslos, wenn die Einlastung ihn weiter in Wellen betreibt.
Der eine Prozess im Wertstrom, der den Produktionsauftrag erhält. Alles davor wird über Pull gezogen, alles danach fließt. So gibt es genau eine Stelle, an der gesteuert wird.
Die Aufnahme einer Produktfamilie dauert in der Regel wenige Tage, der Entwurf des Soll-Zustands einen Workshop. Die Umsetzung des Aktivitätenplans läuft danach über Wochen bis Monate, Schritt für Schritt.
Für jede Fertigung mit mehreren Arbeitsgängen je Produkt, vom Mittelständler bis zum Konzernwerk. Je mehr Varianten und je mehr Schnittstellen, desto größer der Nutzen.
Zum Nachlesen: Wertstromdesign bei Wikipedia.
Der nächste Schritt
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