Just in Time
OPEX-Lexikon
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Just in Time bedeutet, Material genau dann zu liefern, wenn es gebraucht wird, in der Menge, die gebraucht wird. Ziel ist eine Fertigung ohne Lager am Bedarfsort. Kurz JIT, auf Deutsch bedarfssynchrone Produktion oder lagerlose Fertigung.
Als Dispositionsverfahren arbeitet JIT mit Rahmenverträgen und IT-gestützten Lieferabrufen, etwa über EDI. Produziert und geliefert wird nach der tatsächlichen Nachfrage: nur das, was gebraucht wird, zum richtigen Zeitpunkt und in der gewünschten Menge.
Das Konzept stammt aus dem Toyota-Produktionssystem und ist dort eine der beiden Säulen, neben Jidoka. Der Gedanke dahinter ist alt und einfach: Bestand verdeckt Probleme. Sinkt der Bestand, werden Störungen sichtbar und müssen gelöst werden.

| Begriff | Kern | Anspruch |
|---|---|---|
| Just in Time | zeitgenaue Anlieferung nach Bedarf, Ziel Nullbestand am Verbauort | hoch |
| Just in Sequence | zusätzlich in der Reihenfolge der Montage, dynamisch an die Kundennachfrage angepasst | sehr hoch |
| Kanban | Steuerung über Verbrauchssignale, Behältergröße als Losgröße | Teilmenge von JIT mit eigenen Anforderungen |
Der Unterschied zwischen JIT und Just in Sequence liegt im Umgang mit dem Bestand. JIT versucht, mit einem Nullbestand auszukommen, indem die Vorräte auf vorgelagerte Wertschöpfungsstufen verlagert werden. Just in Sequence passt die Bandgeschwindigkeit dynamisch an die Kundennachfrage an. Schwenken die Bedarfe plötzlich um, sind Bestände dort vorübergehend erlaubt.
JIT ist keine Einkaufsbedingung, sondern eine Betriebsweise. Sie trägt nur, wenn mehrere Dinge zusammenkommen: stabile Prozesse mit geringer Streuung, kurze und verlässliche Rüstzeiten, hohe Liefer- und Prozessqualität, verlässliche Transporte und eine Planung, die Bedarfe früh und ehrlich teilt.
Für JIT und für Kanban ist außerdem eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten Voraussetzung. Wer die Bestände nur zum Lieferanten schiebt und die Anforderungen unverändert lässt, hat die Kosten verlagert und das System zugleich empfindlicher gemacht.
Ein JIT-System ohne Puffer reagiert empfindlich auf Störungen in der Lieferkette. Die Antwort darauf liegt selten in mehr Bestand an allen Stellen. Sie liegt in einer bewussten Entscheidung, wo ein Puffer steht, wie groß er ist und wer ihn verantwortet, ergänzt um eine zweite Bezugsquelle für kritische Teile. Welche Teile das sind, zeigt eine Kritizitätsbetrachtung, siehe Kritizität.
Auch die Verwechslung mit Konsignation ist verbreitet. Konsignation verschiebt Eigentum und Finanzierung des Bestands. JIT verringert den Bestand selbst.
Wie sich das in einer realen Fertigung umsetzen lässt, steht unter Lean Management und auf der Themenseite Montage und Fertigung.
Material kommt genau dann an, wenn es verbaut wird, und in der Menge, die gebraucht wird. Ein Lager am Verbauort entfällt weitgehend.
JIT liefert zeitgenau. JIS liefert zusätzlich in der Reihenfolge, in der die Teile montiert werden. JIS ist damit anspruchsvoller und erlaubt dafür vorübergehend Bestand, wenn die Bedarfe schwanken.
Nein. Kanban ist eine Teilmenge von JIT mit eigenen, höheren Anforderungen, etwa der Behältergröße als Losgröße und einer sehr genauen Anlieferung.
Stabile Prozesse, kurze Rüstzeiten, hohe Liefer- und Prozessqualität, verlässliche Transporte, früh geteilte Bedarfe und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit über die Betriebsgrenze hinweg.
Ohne Puffer wirkt jede Störung in der Kette sofort. Deshalb gehören bewusst gesetzte Puffer an wenigen Stellen und eine zweite Bezugsquelle für kritische Teile zum Konzept.
Quellen: Helfrich, Christian: Praktisches Prozess-Management. Hanser Verlag. Werner, Hartmut: Supply Chain Management. Grundlagen, Strategien, Instrumente und Controlling
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