PPS-System

OPEX-Lexikon

Ein PPS-System ist Software für die Produktionsplanung und -steuerung. Es führt vom Produktionsprogramm über Material- und Kapazitätsplanung bis zur Auftragsfreigabe und zur Rückmeldung aus der Fertigung.

Produktionsplanungs- und Steuerungssystem

Ein PPS-System ist ein Computerprogramm oder ein System aus Computerprogrammen, das den Anwender bei der Produktionsplanung und -steuerung unterstützt und die damit verbundene Datenverwaltung übernimmt. Ziel der PPS-Systeme ist die Realisierung kurzer Durchlaufzeiten, die Termineinhaltung, optimale Bestandshöhen, sowie die wirtschaftliche Nutzung der Betriebsmittel. ERP-Systeme umfassen zusätzlich die Planung personeller und finanzieller Ressourcen und können PPS-Systeme dabei integrieren. Das Y-CIM-Modell bildet den theoretischen Hintergrund der Integration kaufmännischer und technischer Systemen zur Unterstützung durch PPS-Systeme ab.

Bis in die 1980er Jahre waren zur Produktionsplanung und -steuerung auch papierbasierte Systeme gängig (ORMIG-Verfahren).

PPS-Systeme sind von vielen unterschiedlichen Herstellern vorgefertigt erhältlich oder werden speziell für das Anwenderunternehmen entwickelt. Diese Entwicklung erfolgt zumeist unter Verwendung von Standard-Baukästen, so genannten Modulen. Bei vielen Herstellern sind die PPSSysteme integrierter Bestandteil des ERP-Systems.

Zur grafischen Planung kann das PPS-System durch einen Fertigungsleitstand ergänzt werden.

Seit 2008 werden PPS-Systeme in wirtschaftlich relevanten Workflows angewendet (Beispiel: Mitteldeutscher Rundfunk), jedoch werden aufgrund der vielschichtigen Abhängigkeiten oft Performance-Probleme festgestellt.

Mehr dazu auf den Themenseiten Montage und Fertigung und Digitalisierung und Transparenz.

Quelle: Wikipedia, Artikel „PPS-System“ (bearbeitet, Lizenz CC BY-SA 3.0, Autoren in der Versionsgeschichte)

Die Funktionen im Überblick

  • Produktionsprogrammplanung: Was wird in welcher Menge bis wann gefertigt?
  • Mengenplanung: Materialbedarf aus Stücklisten ermitteln, Bestellungen und Fertigungsaufträge vorschlagen (MRP)
  • Termin- und Kapazitätsplanung: Arbeitsgänge einplanen und gegen verfügbare Kapazitäten abgleichen
  • Auftragsfreigabe: Aufträge mit gesicherter Verfügbarkeit an die Fertigung übergeben
  • Auftragsüberwachung: Fortschritt über Rückmeldungen und Betriebsdatenerfassung verfolgen

PPS, ERP und MES

Heute ist PPS meist ein Modul eines ERP-Systems, das zusätzlich Finanzen, Einkauf, Vertrieb und Personal abdeckt. Die Feinsteuerung nah an der Maschine übernimmt oft ein Manufacturing Execution System. Wie die Aufgaben selbst zusammenhängen, steht unter Produktionsplanung und -steuerung.

Warum Plan und Ist oft auseinanderlaufen

Ein PPS-System rechnet mit den Stammdaten, die es bekommt. Stimmen Plan-Durchlaufzeiten, Rüstzeiten oder Bestände nicht, plant es an der Halle vorbei. Deshalb lohnt es sich, zuerst den Ablauf zu stabilisieren und die Daten zu bereinigen und erst danach Funktionen auszubauen. Mehr dazu unter Digitalisierung und KI in der Produktion.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PPS und ERP?

PPS umfasst die Planung und Steuerung der Produktion. Ein ERP-System deckt zusätzlich Finanzen, Einkauf, Vertrieb und Personal ab und enthält die PPS-Funktionen meist als Modul.

Welche Aufgaben übernimmt ein PPS-System?

Programmplanung, Materialbedarfsermittlung, Termin- und Kapazitätsplanung, Auftragsfreigabe und Auftragsüberwachung.

Warum stimmt der Plan im PPS-System oft nicht?

Meist wegen ungenauer Stammdaten: Plan-Durchlaufzeiten, Rüstzeiten und Bestände weichen von der Wirklichkeit ab. Dann rechnet das System richtig, aber mit falschen Annahmen.

Weiterführend

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